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Die Nebenhöhlen stellen ein von unserer Nase ausgehendes, mit Atemwegsschleimhaut ausgekleidetes Höhlen- und Buchtensystem in unserem Schädel dar. Sie öffnen sich seitlich von der Nase weg über kleine, anatomisch komplexe Kanäle. Bei jedem Menschen ist die feine Anatomie unterschiedlich und muss bei Problemen individuell behandelt werden. Warum wir Nebenhöhlen besitzen? Nahezu alle Säugetiere und viele landlebende Tiere haben ein Nebenhöhlensystem. Man nimmt an, dass sie für die richtige Befeuchtung, Erwärmung und Reinigung der Atemluft verantwortlich sind, bevor diese in die Lunge geleitet wird. Sie sind, mit der Nase zusammen, die Klimaanlage für unsere Atmungsorgane. Dies ist von besonderer Bedeutung, wenn die Lungen krank werden, beispielsweise bei einer chronischen Bronchitis oder Asthma. Oft sind die Nebenhöhlen dann mit erkrankt und erfordern eine entsprechende Therapie. Oder, anders ausgesprochen, solange die Nebenhöhlen nicht gesund sind, tut sich die Lunge ebenfalls schwer. In vielen Fällen verändert sich die Schleimhaut in den Nebenhöhlen derart, dass eine chronische Entzündung entsteht. Dabei werden anhaltend Entzündungsprodukte gebildet und das Sekret dickt ein. Der normale Sekretfluss wird gestört und die zähe Absonderung bleibt in den Nebenhöhlen liegen. Die Schleimhaut reagiert mit Schwellungsprozessen – im Extremfall bilden sich Polypen aus. Zuerst sind dies beetartige Schwellungen der Schleimhaut, die sich aufdehnen, Schleim und Entzündungszellen einlagern, und schließlich wie ein gestielter Ballon aussehen. Unglücklicherweise entstehen sie meist an den Stellen, an denen die anatomische Situation eh schon beengt ist und führen so zusätzlich zu einer Verstopfung des normalen Kreislaufes aus Luftzufuhr und Sekretabfluss. Helfen konservative Maßnahmen über längere Zeit nicht weiter, kann eine Operation erforderlich werden. Dies erfolgt heutzutage meistens mit Hilfe des Endoskopes und feinen mikrochirurgischen Instrumenten. Man operiert durch die Nase und durch die Nebenhöhleneingänge hindurch und befreit und erweitert die Abflüsse. Dabei wird so schleimhautschonend wie möglich vorgegangen. Strengere Tamponaden sind meist nicht mehr notwendig, kleine Salbentupfer aus Kunststoffen oder Wundgel verbleiben für ein-zwei Tage in der Nase. Schließlich soll alles möglichst schonend und schmerzfrei ablaufen und die Zeit, die Sie wirklich beeinträchtigt sind, kurz gehalten werden. Nichtsdestotrotz muss danach die neu geschaffene Abflusssituation gepflegt werden: Vieles davon können Sie selbst machen, den Rest erledigen wir für Sie.
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